Deloitte analysiert seit fünf Jahren mit dem Deloitte Radar die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Österreich. Das Ergebnis der Ausgabe 2018 ist nicht sehr positiv: Der Gesamtwert des Deloitte Index über die sieben bewerteten Standortfaktoren stagniert bei 3,00 von maximal 5 Punkten. Das Beratungsunternehmen ortet ein Verharren im Mittelmaß.

„Das zurückliegende Jahr war ein verlorenes Jahr für den Standort“, warnt Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Österreich. „Wichtige Themen wurden nicht angegangen und es fehlte an Umsetzungskraft. Der Reformdruck ist dadurch beachtlich gestiegen.“

Europäische Top-Nationen als Benchmark
In der Gesamtanalyse der fünf untersuchten globalen Indizes nehmen die Schweiz, Schweden sowie die USA wieder die Top-Platzierungen ein. Hierzulande hat es im Jahresvergleich keine Veränderung gegeben: Österreich befindet sich in vier der fünf untersuchten Indizes unter den Top 20 und belegt im Durchschnitt Platz 19.

„Der heimische Standort hat sich seit dem letzten Jahr nicht vom Fleck bewegt. Es fehlt klar an Dynamik“, so Bernhard Gröhs. „In den weltweiten Top 10 sind acht europäische Länder. In Hinblick auf unsere Wirtschaftsdaten und Grundvoraussetzungen kommt man für Österreich zum Schluss: Das muss besser gehen.“ Laut Deloitte sind die besten europäischen Länder der Benchmark, an dem sich Österreich messen muss. Dazu zählen die Schweiz, Schweden, Finnland, die Niederlande und Dänemark.

Fachkräftemangel als Wachstumsbremse
Gut ausgebildete Arbeitskräfte sind ein entscheidender Standortfaktor. Österreich ist hier stark gefordert. Der Deloitte Radar vergibt für die „Verfügbarkeit von Arbeitskräften“ 2 von 5 möglichen Punkten (2017: 2 Punkte). Die Situation ist paradox: Unternehmen können Aufträge aufgrund des Fachkräftemangels nicht annehmen – bei gleichzeitiger Arbeitslosigkeit älterer oder unzureichend ausgebildeter Arbeitskräfte. „Die Wirtschaft braucht heute und morgen Qualifikationen, die viele Arbeitssuchende schlichtweg nicht mitbringen. Diese Lücke muss geschlossen werden. Ohne Investitionen in entsprechende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen wird dieser Mangel zu einer Wachstumsbremse“, analysiert Gundi Wentner, Partnerin bei Deloitte Österreich.

Innovation als Zukunftschance
Es gibt bei aller Kritik aber auch positive Ergebnisse. Für den Standortfaktor „Digitalisierung, Innovation, Forschung und Technologie“ gibt es im Deloitte Radar 4 von 5 möglichen Punkten (2017: 4 Punkte).

Innovationskraft, technologischer Fortschritt und Forschung sind die entscheidenden Treiber der künftigen Wettbewerbsfähigkeit. Hier konnte Österreich im letzten Jahr überzeugen und liegt nur mehr knapp hinter den Innovationsführern Schweden, Dänemark und Finnland. In der Forschungsförderung wurden zuletzt wichtige Impulse gesetzt. Herausfordernd sind nach wie vor die Verfügbarkeit von Risikokapital und die Schaffung einer umfassenden Start-up-Kultur.

LINK zur gesamten Studie von Deloitte: LINK.

Pressegespräch bei Deloitte ©Deloitte

Deloitte Radar 2018 als Download: LINK

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail