Mag. Jane Platter ist im Vorstand der TIROLER VERSICHERUNG für Personalmarketing und Betriebliches Gesundheitsmanagement verantwortlich. Sie berichtet, wie Slalom fahren oder Autorennen simulieren auf der MFT-Platte zu einem gesunden Betrieb führen kann.

Wie wird Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der TIROLER VERSICHERUNG gelebt? Gibt es besondere Schwerpunkte oder Highlights?
„TIROLERisch Gsund“ ist im Grunde eine Firmenphilosophie. Dass meine Position als Verantwortliche für das Betriebliche Gesundheitsmanagement direkt im Vorstand angesiedelt ist, zeigt bereits den hohen Stellenwert. Wir setzen auf ein nachhaltiges, langfristiges und strukturiertes Gesamtkonzept, ein vielfältiges und bedarfsgerechtes Angebot für alle unsere MitarbeiterInnen. Vor kurzem sind wir dafür mit dem Gütesiegel für betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet worden.

Welche Themen sprechen Sie mit diesem Gesundheitsprogramm an?
Das geht von Ernährung über Bewegung bis hin zur mentalen Gesundheit. Unsere MitarbeiterInnen sollen Rahmenbedingungen vorfinden, um ihre Arbeit bestmöglich zu erledigen. Für uns gehören zu gesundheitsgerechten Arbeitsplätzen arbeitsmedizinische und arbeitspsychologische Betreuung genauso dazu wie beispielsweise flexible Arbeitszeitmodelle für eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Entwicklungsperspektiven im Unternehmen.

Wie sehen konkrete Angebote und Aktivitäten aus?
Das gemeinsame Tun steht bei uns im Vordergrund. Wir wollen das Bewusstsein dafür, dass man sich auch während der Arbeit bewegen soll und etwas für die eigene Gesundheit tun kann, erhöhen. So kommen zum Beispiel Physiotherapeuten direkt an den Arbeitsplatz und gestalten aktive Bewegungspausen in allen Abteilungen. In Bewegung bleiben – geistig und körperlich – so lautet unser Motto im Gesundheitsprogramm. Und mittlerweile wird das gemeinsame Tun auch schon sehr gut angenommen. Sich nach der Arbeit zu treffen und loszurennen, den Tag mit Morgen-Yoga zu beginnen oder sich einer Challenge auf der MFT-Platte zu stellen – all das macht einfach auch großen Spaß.

 

Eine MFT-Platte?

Ja genau. Diese wurde uns von Physiotherapeuten empfohlen. Die MFT-Platte ist ein Trainingsgerät zur Steigerung der Koordination und Balance und ermöglicht ein Training für alle Leistungslevel und Altersstufen. Mit der dazugehörigen Software kann man zum Beispiel Slalom fahren oder Autorennen simulieren – und das auch gegeneinander. Das hat natürlich eine starke soziale Komponente und macht riesigen Spaß, wenn z.B. Abteilungen gegeneinander Challenges austragen.

Welche Zielsetzungen verfolgen Sie mit Ihrem BGM-Ansatz?
Wir wollen das Bewusstsein für das Thema bei MitarbeiterInnen erhöhen und sie in ihrer eigenen Gesundheitskompetenz stärken, sodass sie befähigt werden, ihre eigene Gesundheit länger erhalten zu können. Das ist unserer Ansicht nach der langfristigste und nachhaltigste Ansatz in der Gesundheitsförderung.

Letztendlich sind wir alle selbst für uns und unsere Gesundheit verantwortlich. Wir können als Unternehmen aber Wissen über körperliche Zusammenhänge vermitteln und verdeutlichen, wie wichtig es ist, körperlich und geistig in Bewegung zu bleiben. Und hier bin ich besonders froh, dass unsere Führungskräfte im Haus das mittragen und auch selbst bei vielen Aktivitäten dabei sind und so ihre wichtige Vorbildrolle erfüllen.

Wie gehen Sie dabei auf Bedürfnisse verschiedener Generationen, die Sie ja bei 315 MitarbeiterInnen haben, ein?
Vieles hängt gar nicht so sehr vom Alter ab. Nehmen wir als Beispiel Rückenbeschwerden, hier haben heutzutage immer mehr auch Junge Probleme. Daher richten wir die Gesundheitsangebote immer an alle, unabhängig vom Alter oder der sportlichen Fitness. Dazu zählen ja auch die „Nicht-Bewegungsangebote“ wie Home-Office oder ein breites Aus- und Weiterbildungsangebot. Betriebsinterne Umfragen zeigen, dass es uns ganz gut gelingt, alle Altersgruppen gleichmäßig gut anzusprechen.

Welche Rolle spielen Überlegungen der altersgerechten Arbeitsgestaltung dabei?
Natürlich eine gewichtige Rolle. Es geht hier beispielsweise um Rahmenbedingungen des Gesundheitsmanagements und dass wir Angebote auch den MitarbeiterInnen in verschiedenen Lebensphasen zur Verfügung stellen müssen. Also so planen, dass beispielsweise auch Teilzeitkräfte sie nutzen können.

Hat das BGM im Unternehmen etwas verändert?
Auf jeden Fall. Das Bewusstsein für das Thema Gesundheit ist stark gestiegen. Immer wieder trifft man MitarbeiterInnen im Sportdress oder platzt in eine Bewegungspause. Mehr Leute benutzen die Treppen und immer öfter werden Meetings im Stehen abgehalten. Es geht in die richtige Richtung.

In welche Richtung kann die Demografieberatung bei Ihnen im Unternehmen hier noch unterstützen?
Wir haben eine sehr lange Betriebszugehörigkeit im Unternehmen und daher richtige Erfahrungsschätze im Haus – die irgendwann aufgrund von Pensionierungen aber nicht mehr im Haus sein werden. Also sind Themen wie Wissenserhalt oder Wissenstransfers zwischen Generationen sicher besonders akut bei uns.

Spiegelt sich dieses starke Engagement hinsichtlich BGM auch im Personalmarketing wieder und was erhoffen Sie sich davon?
Ich bin überzeugt davon, dass das ein Punkt ist um die TIROLER VERSICHERUNG als attraktiven Arbeitgeber in Tirol und Trentino Südtirol noch stärker zu positionieren. Besonders bei der jüngeren Generation, die sich in Bewerbungsgesprächen bereits oft nach Gesundheitsangeboten erkundigt und welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten es gibt. Wobei, das sei gesagt, das immer mehr generationenübergreifend und altersunabhängig passiert.

Vielen Dank für das Gespräch!

 


Mag.a Jane Platter ist im Vorstand der TIROLER VERSICHERUNG für Personalmarketing und Betriebliches Gesundheitsmanagement verantwortlich.

Facebooktwitterlinkedinmail