Gastkommentar von Gabriele Graf – Arbeiterkammer Vorarlberg

Der demografische Wandel bewirkt nicht nur eine grundlegende Veränderung der Altersstruktur der österreichischen bzw. europäischen Bevölkerung, er wirkt sich auch in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie etwa der Arbeit, Wohnen, Konsum, Pflege oder dem Gesundheitswesen aus.

Allen Beteiligten ist bewusst, dass nur Betriebe lebensfähig bleiben werden, die sich den wichtigsten Herausforderungen in diesem Zusammenhang stellen: Der Erhalt der Arbeitsfähigkeit, die permanente Anpassung der Qualifikation an sich ändernde Anforderungen über das gesamte Arbeitsleben hinweg und alter(n)sgerechtes Arbeiten beziehungsweise den richtigen Umgang mit unterschiedlichen Generationen.

Alters- und Generationenmanagement
Dafür baut die Arbeiterkammer Vorarlberg schon seit Jahren Wissen im Bereich Generationenmanagement auf. Dies geschieht ganz bewusst beim Thema Generationenmanagement und nicht bei Altersmanagement, wie es oft auch genannt wird. In Generationenmanagement wird der Fokus auf alle Generationen von den Lehrlingen bis hin zu den angehenden Pensionisten berücksichtigt. In meiner Arbeit mit den Generationen ist es vor allem spannend zu sehen, dass jede Generation eine andere Haltung zum Thema Arbeit, Thema Werte, Worklifebalance etc. hat. Um die Arbeitsfähigkeit über die ganzen Lebensjahre zu erhalten, ist es wichtig, früh anzusetzen. Beim Altersmanagement hingegen sind nur die älteren ArbeitnehmerInnen im Mittelpunkt.

Generationenmanagement in Betrieben
Die Arbeiterkammer startete bereits 2007 mit Seminaren, Weiterbildungs- und Informationsveranstaltungen mit dem finnischen Professor Juhani Ilmarinen, der das arbeitswissenschaftliche Modell „Haus der Arbeitsfähigkeit“ bereits 2001 entwickelt hat. Das Haus zeigt das Zusammenwirken zwischen unternehmens- und personalpolitischen Aspekten auf.

Auch schon von Beginn an war Prof. Heinrich Geißler, Gesundheitswissenschaftler und Berater mit im Boot, um gemeinsam mit uns in Workshops, bei Netzwerkarbeit und diversen Vorträgen Unternehmen, GeschäftsführerInnen, Personalverantwortlichen und Betriebsräten das Thema Generationenmanagement näher zu bringen und sie auf neuesten Stand zu halten.

Es geht nur miteinander
In Vorarlberg gibt es dazu viele Beispiele von Groß-, Mittel- und Kleinunternehmen, die etwa themenbezogene Führungskräfteschulungen durchführen, Generationenmanagement ins Unternehmen implementiert haben oder Evaluierungen für alters- und geschlechtsspezifische Belastungen durchführen. Ein Beispiel ist die Zumtobel Group AG. Diese Unternehmen geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen immer wieder im Unternehmensnetzwerk „betriebliche Gesundheitsförderung“ oder im Verein „45plus – Institut für Generationenmanagement“ an die TeilnehmerInnen in Form von Vorträgen und Praxisbeispielen weiter. So profitieren insbesondere auch kleinere Unternehmen, die den Aufbau von Knowhow finanziell ansonsten vielleicht nicht so schnell realisieren könnten. Es geht nur miteinander und ein miteinander führt zu einer Win-Win Situation für alle.

 

Die Sozial- und Bildungsmanagerin Gabriele Graf arbeitet in der Arbeiterkammer Vorarlberg im Bereich Arbeitsmarkt und Bildungspolitik. Dort ist sie für die betriebliche Gesundheitsförderung und für das Generationenmanagement zuständig.


Gabriele Graf von der Arbeiterkammer Vorarlberg.

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